Wut und Ärger


Viele Menschen glauben, dass Wut nur etwas mit Aggression zu tun hat. Dabei ist Wut eines unserer fünf Grundgefühle.


Übrigens, das lateinische Wort aggredi hat die Bedeutung auf etwas zugehen, zupacken, sich seiner Konkurrenz stellen zu können.

 

Für mich war früher Wut ein Gefühl, das unterdrückt gehörte. Ein Gefühl, das ich nicht brauchte.


Und doch spürte ich, dass mir etwas fehlte. Hab es aber nie in Verbindung mit der Wut gebracht.


Ich konnte nicht mit Konflikten umgehen, bin jedem Konflikt aus dem Weg gegangen. In Diskussionen meine eigene Meinung zu vertreten, war extrem schwer. Ich konnte auch die Meinung des anderen verstehen und war sofort verunsichert, ob meine Meinung Gültigkeit hatte.

Wenn dann ein anderer Mensch noch eine aggressive Tonlage wählte, war es ganz aus. Mein ganzer Körper viel in eine sogenannte Schockstarre und ich konnte nicht mehr kommunizieren. Mein Mund war wie zugeklebt.
Ich fühlte mich wie eine Gefangene in mir selbst und fand den Ausweg nicht.


Dass das frustrierend war, kannst Du Dir wahrscheinlich vorstellen.

Es kostete immense Kraft, das ganze Kartenhaus aufrecht zu halten.


Durch diese nicht bewältigten Konflikte, staute sich meine Wut wie ein toxisches Gift in meinem Körper und machte mir jede zwischenmenschliche Kommunikation schwer. Ich fühlte mich einsam, alleine und dachte, dass mich kein Mensch so mag, wie ich bin.


Wenn ich dann doch mal Widerstand leistete, wurde ich entsorgt oder ergriff selbst die Flucht.
Das Gefühl nicht liebenswert zu sein, war in dieser Zeit mein ständiger Begleiter.


Dabei, kenne ich schon auch das Gefühl der Wut-aber ich ließ sie nie raus.
Wenn ich mit einem Menschen im Konflikt bin und dann später darüber nachdenke, stelle ich mir alles in meinen Gedanken vor, was ich ihm sagen will. Wenn ich dann dieser Person gegenüber stehe, empfinde ich keine Wut mehr und auch keinen Zorn. Meine Bedürfnisse sind in diesem Moment wie weggeblassen und kommen mir total unwichtig vor.


Keine Wut zu haben, hatte mich in eine passive Haltung gebracht. Es hat mir das Gefühl gegeben, ohnmächtig und dem Leben ausgeliefert zu sein. Ich war der Meinung ich muss nur lieb brav und nett sein, dann wird mich schon jeder mögen.


Am deutlichsten spürte ich diese Ohnmacht, wenn mich jemand verbal angegriffen hat und das kann nur eine sehr laute Stimme sein. In diesen Momenten spürte ich keine Stärke mehr in mir. Es ist so als ob meine ganze Kraft weg war, wie bei einem kaputten Luftballon bei dem die Luft herausströmmt. Ich bin nicht fähig meinem Mund aufzumachen und zu wiedersprechen, sondern fühlte mich wieder wie ein kleines Kind, hilflos und machtlos und ich wäre am liebsten unsichtbar.


Es ist ein Trugschluss zu glauben, das liebes, nettes, braves, angepasstes Verhalten dazu führt, das andere Dich mögen und zwar nur dann.
Lieb, brav und nett zu sein, hat mir vielleicht den Arsch in meiner Kindheit gerettet. Heute ist dieses kindliche Verhalten keine Option mehr, wenn wir ernst genommen werden wollen.


Vielleicht kennst Du das, dass Du in Gruppen, die Dir nicht so viel bedeuten, Deine Meinung standhaft verteidigen kannst. Du auch für deine Sichtweise einstehen kannst.


Aber!


Wenn Du mit lieben Freunden zusammen sitzt, deren Meinung Du schätzt, die dir sehr viel bedeuten, Du Angst hast, deine Meinung zu sagen, weil sie Dir sonst vielleicht die Freundschaft kündigen könnten, dann verlierst Du diese Standhaftigkeit und verfällst sofort zurück in ein kindliches Verhalten.


Dieses kindliche Verhalten versetzt Dich wieder zurück in die Schockstarre und unterdrückt jegliches Handeln. Wie damals als Kind eben. Du versuchst dann neutral auszusehen und unbeteiligt zu wirken.


Wer kennt vielleicht nicht auch so eine Situation.
Dein Partner, deine Freunde verletzen Dich verbal so tief, das Du einen riesen großen Stich im Herzen verspürst! Du fühlst dich gelähmt, hast aber deine Gefühle voll im Griff. Du zeigst keine Reaktion. Erst wenn Du alleine bist, fällst Du heulend in Dir zusammen und Deine ganze angestaute Wut, dein Zorn und Ärger brechen aus Dir heraus.


Du fühlst dich in diesen Momenten sowas von einsam und allein, dass Du es nicht verstehst, das Menschen, denen du vertraust, dich so schwer verletzen können. Du verlierst Vertrauen und ziehst Dich immer mehr in Dein Schneckenhaus zurück.

Leider legen sich all diese Vorkommnisse in Deinen Zellen ab, hier wird alles gespeichert, was Du erlebst, unterdrückst, fühlst und das kann Dich sogar sehr krank machen.

Nicht jetzt, irgendwann später, viel später schlagen Deine Zellen zurück. Sie sind ja quasi „vergiftet“. Tu Dir das nicht an.

Lerne, Dich zu befreien, insbes. vom kindlichen Wunsch, dass jeder Dich mögen und liebhaben soll und Du deshalb nie sagen darfst, was Du willst und was Du Dir wünscht. Lerne Nein sagen wenn Du nein meinst.

Hör auf, Dich fertig machen zu lassen.


Wann möchtest Du endlich Stopp / NEIN sagen?
Wie lange möchtest du das noch so weiter machen?


Wenn du jetzt sagst, ich habe die Schnauze voll!


Dann komm in meine kostenfreie Wut – Gruppe.

https://www.facebook.com/groups/196256641020649/ 


Oder vereinbare mit mir ein Gratis-Kennlern-Gespräch, lass uns schauen, was Dich hemmt um es dann verändern zu können. Veränderung braucht Zeit und Gedult. Disziplin macht das unmöglich Möglich.

info@barbara-hämmerle.com

 

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© Barbara Hämmerle |Lebensfreude | Lebenslust |Einzelunternehmerin | Holisticcoach | Jobverlust |Selfness | Existenzängste|Solo - Selbständig | Reinkarnationsbegleitung | Psychologische Astrologie | Wut empfinden | Verbundener Atem | Psychologische Beratung |